Endstation für das "Festspiel-Papierbötle" im Lochauer Hafen
Das „Festspiel-Papierbötle“ aus „Madame Butterfly“ hat seinen Platz im Lochauer Hafen gefunden
Wer heute durch den Lochauer Hafen spaziert, dem fällt unweigerlich ein außergewöhnlicher Blickfang ins Auge: das überdimensionale „Papierboot“ aus der Inszenierung von „Madame Butterfly“ der Bregenzer Festspiele. Das Kunstobjekt hat nach seiner Zeit auf der Seebühne ein neues Zuhause in Lochau gefunden.
Das „Papierboot aus Stahl“ war Teil des Bühnenbilds der Oper „Madame Butterfly“, die 2022 und 2023 bei den Bregenzer Festspiele aufgeführt wurde. Nach dem Ende der Spielzeit und dem Abbau der Kulissen im Herbst 2023 wurde das Boot mit einem Kran auf ein Arbeitsschiff verladen und über den Bodensee nach Lochau transportiert. Die Gemeinde erhielt das Objekt als Geschenk der Festspiele und bewahrte es damit vor der Verschrottung.
Zunächst wurde das Boot neben dem Hafengebäude zwischengelagert. Gleichzeitig startete die Gemeinde einen öffentlichen Aufruf, bei dem die Bevölkerung Ideen für die zukünftige Nutzung und Platzierung einbringen konnte.
Nach Abwägung verschiedenster Vorschläge sowie technischer, sicherheitsrelevanter und finanzieller Aspekte fiel die Entscheidung schließlich auf den heutigen Standort im Hafenbereich, nicht zuletzt auch, weil dies der einzig zulässige und mögliche Standort am Hafen ist. Dort fügt sich das markante Kunstobjekt auf der großen Wiese neben dem Spielplatz harmonisch ins Gesamtbild zum bestehenden Wetterobelisk, dem Reliefbrunnen und der „Alten Fähre“ ein.
Besonders engagiert für das Umsetzen des Festspielbootes hat sich Vizebürgermeister Stephan Schnetzer während der letzten drei Jahre eingesetzt. Sein Ziel als Obmann des Wirtschafts- und Tourismusausschusses war es, dem außergewöhnlichen Objekt einen repräsentativen Platz zu sichern und damit für Einheimische und Gäste eine schöne Attraktion am Bodenseeufer zu schaffen.
Derzeit laufen noch weitere Überlegungen, wie das Boot zudem „genutzt“ werden kann. Die Ideen reichen vom bunten Blumenbeet bis hin zum erweiterten Spielplatz. „Eine Zulassung als ‚Klettergerüst‘ wird es aufgrund der Sicherheitsproblematik jedoch nicht geben“, erklärt Stephan Schnetzer. Mit einem neuen Anstrich und eventuell auch Lichterketten geschmückt soll das „Papierboot“ als stimmungsvolle und weihnachtliche Adventsinstallation zukünftig zusätzliche Akzente im Hafen setzen.
Die Verbindung zur Oper „Madame Butterfly“
In der Inszenierung von „Madame Butterfly“ spielte das Papierboot eine symbolträchtige Rolle. Während der Aufführungen erschien es neben der Bühne. Die Hauptfigur Cio-Cio-San, genannt Madame Butterfly, wartete stets sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres amerikanischen Ehemannes B. F. Pinkerton mit diesem Schiff. Die Gestaltung mit den roten Streifen und den blauen Sternen erinnert bewusst an die amerikanische Flagge und verweist damit auf die zentrale Handlung der Oper.
Größe, Konstruktion und Gewicht
Das Festspielboot misst 10,6 Meter Länge und etwa 6 Meter Höhe. Es besteht aus einer Stahlkonstruktion mit einer Verkleidung aus glasfaserverstärktem Kunststoff, wodurch die charakteristische Papieroptik entsteht. Das Boot kommt dadurch auf ein Gewicht von stolzen sechs Tonnen. Während seiner Zeit auf der Seebühne wurde es über eine Unterwasserschienenanlage mit Seilantrieb bewegt. Konstruiert wurde das Objekt von Spezialisten der Schweizer Firma Exent AG in Hüttwilen.
Ein Stück Festspielgeschichte am Bodensee
Mit dem Papierboot besitzt Lochau heute ein besonderes Erinnerungsstück an eine der erfolgreichsten Produktionen der jüngeren Festspielgeschichte. Mehr als 50 Vorstellungen lang war das Kunstobjekt Teil des spektakulären Bühnenbildes von „Madame Butterfly“. Nun erzählt es seine Geschichte nicht mehr auf der Seebühne, sondern am Bodenseeufer in Lochau.
Ein Dankeschön gilt den Bregenzer Festspielen für dieses einmalige Geschenk sowie der Firma Erdbau Andreas Jochum.