Einladung: Geführter Rundgang zur lokalen NS-Geschichte

Einladung des Ausschusses Raumplanung und Ortsentwicklung Lochau zu einem geführten Rundgang am 03.07.2026 zur lokalen Geschichte des Nationalsozialismus mit Einblick in Stationen der NS-Erinnerungskultur.

Stationen:    
Gemeindeamt | Jesuheim | Armenhaus | Brauerei Reiner | Bayerische Leichtmetallwerke | Bahnhof Lochau

Referentin:    
Stefanie Oberscheider-Preiner

Wann:    
Freitag, 3. Juli 2026 um 17 Uhr, Treffpunkt am Gemeindeamt (bei jeder Witterung)

Historie

1933:    
Am 01.01.1933 wird Adolf Hitler Reichskanzler in Deutschland, ab 01.05.1933 musste jeder, der von Deutschland nach Österreich reiste, 1.000 Mark bezahlen. Der „Fremdenverkehr“ erliegt. Fanatisierte Nationalsozialisten demolieren am Abend des 10.11.1933 das Büro im Hause des Gemeindevorstehers und Landtagsabgeordneten Josef Rupp in Hofen und ermorden in der darauf folgenden Nacht den Heimatdienstmann Edwin King beim Hotel Bäumle. Noch drei Mal detonieren Böller im Hause Rupp, glücklicherweise ohne Personenschaden.

1938:    
Am 12.03.1938 marschiert die deutsche Wehrmacht in Österreich ein, ein Spähtrupp rückt als Flankensicherung in Richtung Haggen vor, am folgenden Tag wird ganz Österreich als Ostmark an das Deutsche Reich angeschlossen. Anstelle des Schillings wird die Reichsmark eingeführt.

Parteigenossen werden zum sogenannten Bürgermeister, zum Ortsgruppenleiter und -vertreter bestellt. Lochau wird am 23.07.1938 in die Großgemeinde Bregenz eingemeindet. Im neuen Gemeindehaus werden Postamt, Parteiräume und eine Wohnung für den Ortsgruppenleiter errichtet. Im bisherigen Armenhaus werden sechs Wohnungen eingebaut und die Hauskapelle abgebrochen.

ab 1939:    
Aus dem Jesuheim werden im Frühjahr 1939 geistesschwache Kinder deportiert, am 14.02.1941 folgen weitere 22 Ewachsene. Nur wenige überlebten. Südtiroler Umsiedler beziehen im März 1940 bereits die ersten der 29 Häuser mit gesamt 149 Wohnungen. Das Strandhotel wird ab 1943 als Lazarett verwendet, die kranken oder verwundeten Soldaten wurden meistens in der Nacht an einer eigenen Rampe entladen.

Welche Rolle dabei die einzelnen Stationen spielten, erläutert Stefanie Oberscheider-Preiner.

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Gemeindeamt (bei jeder Witterung)

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten:

Judith Wellmann
T: 0670 505 0651
E: judith.wellmann@gruene.at

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