Lochauer Bürgermeister von den "Steinzeitmenschen" abgesetzt
Die Faschingszünfte haben ab sofort das Sagen in Lochau
Mit Keulen und Speeren bewaffnet und mit viel Gegröle marschierten am gestrigen Sonntag die Berger „Steinzeitmenschen der 1. Generation“ vor dem Gemeindehaus ein, um sich lautstark Gehör zu verschaffen. Die Berger Zunft präsentierte sich im neuen Häs samt Dinosaurier-Wagen und zeigte sich somit bestens gerüstet für die diesjährige Faschingssaison.
Unter großem Jubel der Faschingsnärr*innen wurde der Aufmarsch zur Verhaftung des Bürgermeisters und der Gemeinderät*innen in Angriff genommen. Diese hatten gegen die Vielzahl an bis auf die Zähne gewappneten Steinzeitmenschen keine Chance und ließen sich ohne großen Widerstand mit Seilen an das steinzeitliche Berger Joch fesseln. Der Rathausschlüssel wurde von Faschingsbürgermeister Roman Rist an sich genommen, die Regierungsgeschäfte werden ab sofort von den neuen Regenten übernommen.
Die Guggamusik „Pfütza-Fäger“ sorgte während des gesamten Spektakels für beste musikalische Stimmung. Mit von der Partie waren die Faschingszünfte „Bäumlers Paradise“ mit Obmann Stefan Pienz, die „Howilar Rutschbugglar“ mit Obernarr Martin Smounig, die Hörbranzer Raubritter mit ihrem Prinzenpaar sowie die Leiblachtaler „Fetzahexa“.
Die Gemeinderät*innen Vizebürgermeister Christophorus Schmid, Richard Faisst, Melitta Sohm und Petra Rührnschopf wurden samt dem außer Dienst gesetzten Bürgermeister Frank Matt schließlich unter lautem Jubel der Bevölkerung und in Begleitung der „Pfütza-Fäger“ in die Festhalle abgeführt, wo sie die Verurteilung über sich ergehen lassen mussten.
Mildernd wurde beurteilt, dass die Poliker*innen in den vergangenen Jahren "nicht alles falsch gemacht" hätten. Faschingsbürgermeister Roman Rist konnte allerdings Missstände in Lochau aufdecken, die den vormals amtierenden Gemeindepolitikern angelastet wurden:
Die mangelnde Pflege der Wanderwege und der Straßen in den Parzellen Lohorn und Buchenberg stieß auf großes Unverständnis, wie auch der Baukran am Haggen mitten auf dem Wanderweg. Das Versäumnis, den versprochenen Waldkindergarten im Unterhaggen einzurichten, wurde ebenfalls zur Anklage gebracht. Und nicht zuletzt wurde auch eine längst überfällige neue Festhalle als Beweis der politischen Verfehlungen verlesen.
Das daraufhin verkündete Urteil für den Bürgermeister und die Gemeinderät*innen fiel trotz der Schwere der Vergehen und angesichts der bekannten Härte der „Steinzeitmenschen“ doch recht gnädig aus: Mit ihrer tatkräftigen Unterstützung beim Lochauer Kinderfasching – beginnend mit der Ausgabe von Speis und Trank nach ihrer Verurteilung – kann die abgesetzte Gemeinderegierung ihre Missetaten während des gesamten Faschings vom Zunftball bis zum Aschermittwoch sühnen.