Rodungen im Hochwasserabflussbereich von Ruggbach und Hoferbach

Bäume, die sich im Abflussquerschnitt befinden oder auf Dammstrecken stocken, verursachen bei Hochwasser gefährliche Verklausungen. Eschen fallen einfach um und gefährden Spaziergänger.
Für die Sicherheit der Bevölkerung: Manfred Lau (Baumfällungen Lau Bregenz) mit seinem Gehilfen bei Rodungsarbeiten am Hoferbach.

Hochwasserschutz und Eschensterben machten in den letzten Monaten umfangreiche Pflegearbeiten mit entsprechenden Rodungen im Hochwasserabflussbereich von Ruggbach und Hoferbach notwendig. Im Fokus steht dabei die Sicherheit für die Bevölkerung.

Mit schweren Gerätschaften war hier Manfred Lau (Baumfällungen Lau Bregenz) mit einem Gehilfen fachmännisch im Einsatz. So wurden bereits im Jänner im Auftrag der Gemeinden Lochau und Hörbranz sowie der Abteilung Wasserwirtschaft Bregenz zahlreiche ausgewiesene Ufergehölze entlang des Ruggbaches zwischen dem Salvatorkolleg (Km 1,20) und der Autobahnbrücke (Km 1,80) gerodet. Es folgte die Räumung der Böschungen entlang des Hoferbaches von der Einmündung in den Ruggbach Richtung Landesbildungszentrum Schloss Hofen entlang des beliebten Schlossweges.

Gefahren bei Hochwasser reduzieren

Es handelte sich dabei um Bäume, die sich im Abflussquerschnitt befinden oder auf Dammstrecken stocken und deshalb insbesondere aus Gründen der Hochwassersicherheit entfernt werden mussten. Der gesamte Hochwasserabflussbereich in diesem besonderen Teilabschnitt des Ruggbaches bzw. des Hoferbaches ist massiv mit Bäumen und Strauchgruppen bewachsen.

Dies kann nicht nur die Dammstabilität gefährden, die Bäume verursachen zudem mit ihren Wurzeln gefährliche Hohlräume. Das in diesen Hohlräumen durchfließende Wasser bewirkt einen Abtrag von Erdmaterial. Sofern die Bäume umfallen, reißen die Wurzeln den Dammkörper auf, das offen daliegende Erdmaterial wird erodiert. Weiters können umgefallene Bäume auch gefährliche Verklausungen verursachen, welche den Hochwasserabfluss massiv behindern und zu Überschwemmungen führen.

Massives Eschentriebsterben

Natürlich sorgten diese Rodungen vor allem bei Spaziergängern für großes Erstaunen. Doch neben den angesprochenen Hochwasserschutzmaßnahmen, wurde jetzt auch ein massives Eschentriebsterben aufgrund eines Mikropilzes festgestellt. „Wir mussten nun nach außen hin gesunde Eschen samt den befallenen Nachbarbäumen schlägern, weil marode Exemplare durch Umstürzen und herabfallende Äste Menschenleben gefährden können“, so Manfred Lau zu den Fällungen im Zuge dieser europaweit verbreiteten Baumkrankheit.

Oft dauert es nur wenige Monate, bis der Baum tot ist. Dieser Schlauchpilz verursacht das Absterben des gesamten Baumes und stellt somit eine immense Gefahr für unsere Eschen dar. Der Verfall beginnt in der Baumkrone und breitet sich nach unten bis in die Baumwurzeln aus. Die Stämme brechen ein und der Baum bricht zusammen. Die Bäume fallen einfach um und gefährden damit auch die zahlreichen Spaziergänger.

Weitere Maßnahmen für den Hochwasserschutz

Im Rahmen eines umfassenden Pflegekonzeptes, das mit der Abteilung Wasserwirtschaft des Amtes der Vorarlberger Landesregierung abgestimmt wird, wollen die Gemeinden Lochau und Hörbranz auch in den kommenden Jahren die notwendige Gehölzpflege entlang der Bäche im Leiblachtal verstärken. Vorgesehen sind auch Nachbepflanzungen, natürlich außerhalb des Hochwasserquerschnittes.

Daneben beschäftigt man sich auch mit dem Projekt „Hochwasserverbauung Ruggbach“. Detailplanungen samt notwendigen Vermessungen wurden hier bereits vergeben. Ein sogenannter Linearausbau samt ökologischer Aufwertung mit dem Umbau von bestehenden Rampen und Aufweitungen ist als Bestvariante anzusehen. Verhandlungen mit betroffenen Grundeigentümern laufen. Die Gesamtkosten liegen derzeit bei rund zwei Millionen Euro.

(Fotos: BMS)

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